Info 3 zum Tag der offenen Tür 30.12.2015

Neues aus dem Schloss

Nachdem am 28.12.2015 die Patientinnen der Fachklinik Schloss Mackenzell ausgezogen waren, begannen die Umbauarbeiten zur Gemeinschaftsunterkunft für asylsuchende Menschen.

Trotz dieser Umbauarbeiten, fand am 30.12.2015 ein Tag der offenen Tür im Schloss statt. Die Bevölkerung sollte so die Möglichkeit bekommen, das Schloss im unbewohnten Zustand zu besichtigen.

Nach dem Rundgang durch die Räumlichkeiten trafen sich interessierte Bürger zu einem Austausch in einem vorgesehenen Gruppenraum. Für Fragen standen Frau Fischer (Landkreis), Herr Steinmann, (Sozialbetreuer), Frau Baumann-Hillenbrand (Projektleitung) und Frau Trapp (Ortsvorsteherin) zur Verfügung.

Wie geht es weiter? Frau Trapp konnte berichten, dass die ankommenden Personen nicht persönlich beim Einwohnermeldeamt erscheinen müssen. Es gibt hier eine vereinfachte Form, die wie folgt aussieht: die asylsuchenden Personen haben ein Dokument bei sich. Dieses wird von der Einrichtung kopiert und dann an das Einwohnermeldeamt weitergeleitet. Nach erfolgter Anmeldung müssen die asylsuchenden Personen ein Konto bei einer Bank eröffnen.

Bislang ist noch nicht bekannt, wann und wie viele Menschen in der ersten Januarwoche kommen werden. Wie schon einmal berichtet, ist der Zuweisungstag immer der Mittwoch. Allerdings gibt es auch Ausnahmen. Dies betrifft Menschen, die schon in einer anderen Gemeinschaftsunterkunft leben und auf Grund von z.B. engem Raum, verlegt werden müssen. Diese Menschen werden auch an anderen Tagen verlegt. So ein Fall liegt im Fall vom Schloss nun vor. Am Dienstag wird ein Pärchen aus Fulda nach Mackenzell verlegt. Die Frau ist schwanger und kommt in der jetzigen Unterkunft nicht zur Ruhe. Über den Schwangerschaftsmonat liegen allerdings noch keine Auskünfte vor.

Auf Wunsch stellen Herr Steinmann und Frau Baumann-Hillenbrand ihre Kontaktdaten zur Verfügung.

Dies wären: a.steinmann@neue-rhoen.de und m.baumann@guttempler-hilfswerk.de

Sobald die genaue Telefonnummer des Schlosses feststeht, wird sie ebenfalls über die Homepage mitgeteilt..

Text: Martina Baumann Hillenbrand

Bilder: Winfried Schön

-

Bericht aus der Hünfelder Zeitung (von Linda Hopius) mit deren Genehmigung

Viele Jahre war das Schloss für die Mackenzeller verschlossen gewesen. Dementsprechend groß war das Interesse, sich die Räume, Abteilungen und das Schloss selbst einmal von innen anzusehen – natürlich auch mit Blick auf die zukünftige Nutzung als Unterkunft für Flüchtlinge.

Zudem hatten zwischen 10 und 15 Frauen mit Suchterkrankungen unter der Betreuung des Guttempler Sozialwerks die Räume bewohnt. Zum 1. Januar wird die Einrichtung mit dem Mahlertshof, der bisher nur Männer beherbergte, unter dem Namen „Neue Rhön“ zusammengelegt. Das Wasserschloss wird somit frei, am Montag erst waren die Frauen umgezogen.

Seitdem sind die Umbauarbeiten im vollen Gange. Davon konnten sich die rund 70 interessierten Besucher überzeugen. Ob man alleine durch das Schloss streifen oder in einer von drei spontan geführten Gruppen mitgehen wollte, blieb jedem selbst überlassen. Zur Besichtigung standen die Wohn- und Gemeinschaftsräume im Haupthaus, die Gruppenräume und Verwaltungszimmer im ehemaligen Wirtschaftshaus, sowie der Neubau an der Burgstraße (ehem.Kimpel). Die Schlafräume wurden mit weiteren Betten und Kühlschränken ausgestattet, einige Gemeinschaftsräume zu kleinen Küchen umgebaut. Geplant ist, dass sich die Zimmergruppen selbst versorgen und für sich an den Herden kochen können – oder natürlich auch gemeinsam, wenn es sich ergibt. „Wir wissen ja noch gar nicht, wer ab dem ersten Januar zu uns kommt. Da werden die Geschmäcker sicher unterschiedlich sein“, so Projektleiterin Martina Baumann-Hillenbrand. Die Gruppen und Familien sollten erst einmal größtmögliche Flexibilität haben, alles andere ergebe sich.

Somit fällt auch die Notwendigkeit für einen Speisesaal weg: Dieser wird jetzt zu einem Gruppenraum umfunktioniert, in einem weiteren wird eine Art „Klassenzimmer“ für Deutschkurse eingerichtet.

Zwischen 30 und 90 Flüchtlinge sollen in den kommenden Wochen und Monaten eintreffen. Wann genau wie viele kommen werden, weiß aktuell noch niemand. „Diese Informationen bekommen wir dann immer erst einen Tag vorher“, erklärt Sozialbetreuer Andreas Steinmann, der zusammen mit Martina Baumann-Hillenbrand bereitstand, um Fragen zu beantworten. Bei der anschließenden Informationsrund, zu der noch rund 30 Besucher geblieben waren, wurden sie noch von Sabine Fischer vom Landkreis Fulda und Ortsvorsteherin Annette Trapp unterstützt.

Wie und wo kann ich helfen, und wo melde ich mich dafür? Wer wird in das Schloss einziehen? „Aktuell müssen wir eher auf Sicht und spontan planen und arbeiten, weil wir noch nicht wissen, was auf uns zukommt“, so Steinmann. Dieser Ungewissheit konnte Ortsvorsteherin Annette Trapp zumindest etwas abhelfen: Kurz zuvor habe sie Informationen zu den ersten Bewohnern bekommen. Eine hochschwangere Frau aus Eritrea wird mit ihrem Partner aus einer anderen Einrichtung nach Mackenzell verlegt – das sei aber auch schon alles, was sie gesagt bekommen habe. „Sobald wir mehr wissen, geben wir das sofort weiter“, versichert Baumann-Hillenbrand. Das soll in erster Linie über die Mackenzeller Homepage funktionieren, auf der auch Kontaktmöglichkeiten für interessierte Freiwillige vermerkt werden sollen.

Denn trotz aller Unsicherheiten könne man sich bereits in Gruppen organisieren oder bestehenden anschließen. Außerdem bestehe die Möglichkeit, Qualifizierungsseminare zur ehrenamtlichen Arbeit zu besuchen, wie sie auch bereits in Burghaun angeboten werden. Denn schließlich sei eines wichtig, so Steinmann: „Es kommt nicht auf die Räumlichkeiten an, sondern darauf, wie man den Leuten begegnet.

-