2015 Flüchtlingsinformation Pt. Kames

Kultur des Willkommens leben

Mit zahlreichen Informationen und Empfehlungen wartete am Freitagabend, 6. November, der Oblatenpater Alfred Tönnis OMI vor etwa 70 Zuhörern auf einem Informations- und Austauschabend über eine Willkommenskultur in der Gaststätte „Zum goldenen Engel“ im Hünfelder Stadtteil Mackenzell auf,. Dazu hatte die katholische Kirchengemeinde St. Johannes der Täufer eingeladen. Der Mackenzeller Ortsgeistlicher, Pater Günther Kames OMI, ließ die vielen Besucher in seiner Begrüßung wissen, dass die Mackenzeller ermutigt werden sollen, in den nächsten Monaten bis zu neunzig Flüchtlinge in ihrer 1800-Einwohner-Gemeinde anzunehmen und eine Kultur des Willkommens im Ort aufzubauen. Ortsvorsteherin Annette Trapp gab ihrer Hoffnung Ausdruck, auf viele Fragen möglichst viele Antworten für die Zukunft zu finden. Nach den Worten der Ortsvorsteherin unterstrich die Anwesenheit des Hünfelder Bürgermeisters Stefan Schwenk (CDU) die Wichtigkeit eines Themas, das auf die Einwohner zukommen werde. Der Bürgermeister sah es als sehr gute Idee, dass das Thema mit diesem Treffen öffentlich und besonders den Einwohnern bekannt gemacht wird, und kündigte für Dezember eine Informationsveranstaltung gemeinsam mit den Kreisbehörden an. Pfarrer Bernhard Merz, der Administrator von Mackenzell, aus der Nachbargemeinde Nüsttal, ließ die zahlreichen Anwesenden wissen, dass „Heimat geben“ bedeutet, dass „wir uns auch Schicksale ans Herz gehen lassen“. Pater Alfred Tönnis OMI ist der Vorsitzende der Stiftung „Heimat geben“ im oberschwäbischen Oggelsbeuren bei Biberach an der Riss. Dort sind in einem Ort mit 450 Einwohnern aktuell 90 Flüchtlinge in einem ehemaligen Kloster untergebracht. Er ließ die Anwesenden wissen, dass es wichtig sei, die Bevölkerung von Anfang an in das Thema mit einzubinden. Nach seinen Worten wolle er die Mackenzeller ermutigen, die Flüchtlinge anzunehmen, „wobei die Kultur des Willkommens nicht nur Gastfreundschaft bedeutet, sondern auch, dass sich der Gast auf die neue Gesellschaft einlässt“. Der Pater sieht in den Flüchtlingen auch „Botschafter Gottes, weil sie uns aus unserem Kreisen um uns selbst herausreisen“. Der Pater weiter: „Die Flüchtlinge geben uns Anlass, andere als die uns schon bekannten Probleme anzupacken, und das christliche Abendland zeigt jetzt in Taten und nicht nur in Worten, was es sein soll.“ Nach seinen Worten müssen sich die Mackenzeller auch der Realität stellen, dass ankommende Flüchtlinge ein anderes Verständnis als die Gastgeber haben, „aber auch ein Gast muss eine neue Ordnung einhalten und wissen, dass es auch in der neuen Heimat Grenzen und Anforderungen gibt“, so Pater Tönnis. Er verwies darauf, dass die Stiftung in Oggelsbeuren von Anfang an auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Ehrenamt angewiesen war, so etwa Sprachler, Berater für Lebensfragen, Helfer für Arztfahrten oder Vereine, die sich im Freizeitbereich um die neuen Mitbewohner kümmern. Abschließend stellte Pater Alfred Tönnis fest, dass aufgrund der zahlreichen Helfer und Unterstützer aus beiden christlichen Kirchen die Ökumene stark belebt werden konnte, so dass es spezifisch kein evangelisch oder katholisch mehr gibt und das Flüchtlingsthema die Kirche neu belebt habe.

Text aus der Hünfelder Zeitung mit deren Genehmigung (leicht redaktionell bearbeitet von P. Kames)

Bilder: Winfried Schön, sowie 2 von Hr. A. Haas Hünfelder Zeitung

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