2015 St. Anna-Fest Molzbach

„Großeltern sind gefragt“ - Patronat St. Anna in Molzbach begangen

Am Sonntag, dem 26. Juli 2015, beging die Pfarrgemeinde Mackenzell in der Filialkirche in Molzbach das dortige Patrozinium der Kirche St. Anna. Zu Beginn der Messfeier sagte P. Kames: Schauen wir heute auf Joachim und Anna, deren Ehe 20 Jahre kinderlos blieb, die sich aber Gott mit ihrem ganzen Leben ergeben hatten. So wurden sie schließlich zu den Eltern Mariens und den Großeltern Jesu erwählt. Sie lehren uns Geduld und Gottvertrauen. Großvater oder Großmutter zu sein muss wunderschön sein. Ich durfte das am Freitagabend gleich zweimal erleben, sowohl in Molzbach, wo die Enkelkinder von Frau Kircher zu Besuch waren, und in Mackenzell, wie der Enkel von Georg Kalb, Noah, sich auf dem Hof unablässig beschäftigte. Es war eine Harmonie zwischen Großvater und Enkel.

In seiner Predigt in der er immer wieder auch auf Worte von Papst Franziskus zurückgriff hob er auch die Bedeutung der Großeltern im allgemeinen für unsere Gesellschaft heraus: Jedes vierte Großelternpaar in Deutschland betreut die Enkel regelmäßig. Wenn es ums sporadische Aushelfen geht, tun das sogar mehr als die Hälfte. So wird jedes dritte Kind von den Großeltern mitbetreut, und jedes fünfte Elternpaar nimmt die Hilfe regelmäßig in Anspruch. … Großeltern werden gebraucht. Großeltern sind gefragt. Oma und Opa sind nach Eltern und Kindergarten die wichtigsten Betreuungs- und Bezugspersonen für Kinder unter sechs Jahren. … Die bekannte Psychotherapeutin Christa Meves rät dazu: „Wenn man das Aufwachsen der Enkel begleitet hat, dann hängen sie an den Großeltern, selbst wenn diese weit weg wohnen. Sie kommen dann auch als Erwachsene immer wieder gern. Großeltern wollen ihren Enkeln ein Leben lang beistehen. Christliche Großeltern treten hinter den Eltern zurück. Nur das ist souverän. Sie geben Rat, wenn man sie fragt, sie kommen, wenn man sie darum bittet. Aber sie drängen sich nicht auf. Natürlich sollen Großeltern auch für ihre Kinder und Enkel intensiv beten. Großeltern können auch das Spezifische der christlichen Feste vermitteln und deren Sinn aufzeigen.“

Wussten Sie eigentlich schon, dass die Heilige Anna die Patronin der Mütter, Hausfrauen und Witwen ist. Dieses Patronat mag für einige somit eine neue Bedeutung finden. … Im vergangenen Jahr feierte Papst Franziskus im September

zusammen mit Benedikt XVI. das ‚Fest der alten Menschen’. Wir könnten sagen, zwei Opas haben Omis und Opis um sich versammelt. In seiner Ansprache vor den rund 40.000 Senioren aus zwanzig Ländern betonte der Papst: „Ein Volk, das seine alten Menschen nicht ehrt, hat keine Zukunft, da es das Gedächtnis verliert und seine Wurzeln ausreißt“. Auf unserem Altarbild in Molzbach ist Maria als junges Mädchen

mit ihren Eltern dargestellt. Sie steht vielleicht kurz vor der wichtigsten Entscheidung ihres Lebens, nämlich ihr Ja zum Kind Jesus zu sagen. … Alte Menschen sind Männer und Frauen, Väter und Mütter, die uns viel gegeben haben. „Die alten Menschen sind wir alle; denn, wir werden früher oder später, zu ihnen zählen, auch wenn wir uns jetzt noch keine Gedanken darüber machen. … Das Gebet der Großeltern und älteren Menschen ist ein großes Geschenk für die Kirche. Olivier Cléments, ein großer Gläubiger der orthodoxen Tradition des 20. Jahrhunderts sagte einmal: ‚Eine Zivilisation, in der nicht mehr gebetet wird, ist eine Zivilisation, in der das Alter keinen Sinn mehr hat. Und das ist schrecklich, wir brauchen vor allem alte Menschen, die beten, weil das Alter uns dafür gegeben ist‘. Schön ist die Ermutigung, die der alte Mensch einem jungen Menschen vermittelt, der auf der Suche nach dem Sinn des Glaubens und des Lebens ist! Darin besteht die wahre Sendung der Großeltern, die Berufung der älteren Menschen.“ Die Worte der Großeltern haben für junge Menschen etwas Besonderes und sie haben stets besonders Gewicht. „Lasst uns aber auch für unsere Großeltern beten. Das vierte Gebot ist das Gebot der Barmherzigkeit: Uns ist aufgetragen, barmherzig zu sein mit unseren Vorfahren.“ Das vierte Gebot lautet: „Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt“. Bitten wir all die alten Heiligen, heute im Besonderen die heilige Anna und den heiligen Joachim, um die Gnade, zu bewahren, zuzuhören, und unsere Großeltern und unsere Vorfahren zu ehren.

Als besonderes Element des Gottesdienstes wurden die anwesenden Großeltern mit ihren Enkeln, aber auch andere Gottesdienstteilnehmer, die es wünschten, einzeln gesegnet: „(Name des Kindes), auf die Fürsprache der hl. Anna und des hl. Joachim segne und behüte dich, deine Eltern und Geschwister und deine Großeltern der allmächtige und gütige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.“

Zur Erinnerung an diesen Tag wurden die Großeltern mit ihren Enkelkindern vor der Kirche in einem Bilderrahmen fotografiert. In Mackenzell ließen sich auch noch einige Erwachsene zusammen im Rahmen ablichten. Die Bilder können zu den Öffnungszeiten im Pfarrbüro abgeholt werden.

Fotos und Text: P. Kames