2016 Senioren Gemeindefahrt Kronach

Die Frühjahrsfahrt der Gemeindesenioren führte nach Kronach zum früheren Seelsorger P. Günther Kames

Der Einladung von P. Kames waren 79 Personen aus der Kirchengemeinde Mackenzell gefolgt, ihn in Kronach zu besuchen. Ein Bus, wie sonst bei den alljährlich zwei Mal stattfindenden Ausflügen, hatte aufgrund der großen Nachfrage nicht ausgereicht, so dass ein zweiter Bus geordert werden musste.

Lydia und Günter Kutzer hatten diese Fahrt hervorragend organisiert. Über die Rhön, Meiningen und den Thüringer Wald ging es über die Autobahn, an Coburg vorbei, nach Kronach, wo bereits das vorbestellte Mittagessen im Gasthaus „Der Fröschbrunna“ (Fam. Hanna) recht zügig serviert wurde. Pater Kames begrüßte dort die Gäste und schenkte einem Teil der Mitreisenden nach dem Essen seinen „speziellen Kirmesschnaps“ ein, den er noch als Andenken an die letzte Kirmes in Mackenzell übrig hatte. Zum Essen wurden verschiedene hervorragende Gerichte gereicht.

Anschließend führte die Fahrt zum Kloster der Oblaten, wo eine kleine Andacht mit Pater Kames stattfand, in der der neue Seelsorger, Pater Uwe Barzen zu den Gesängen die Orgel spielte. Danach konnte, wer wollte, einen kleinen Rundgang durch das Kloster unternehmen und dabei eine besondere Statue von Veit Stoß (Schnitzer der Spätgotik) bewundern. Im Anschluss hatte sich eine Gästeführerin, die P. Kames tags zuvor zufällig traf, bereiterklärt, bei einem kleinen Stadtrundgang die Sehenswürdigkeiten zu zeigen. Dann fuhren die beiden Busse durch die enge Altstadt, wobei die beiden Busfahrer ihr Können exzellent unter Beweis stellten. In den Bussen erklärten die Stadtführerin Frau Stöckle und der Küster des Klosters und Assoziierter der Oblaten, Herr Pfaff, die Geschichte und Gebäude der Stadt. Vom Parkplatz unterhalb der Festung ging es zu Fuß in den Innenbereich der Festung. Pater Kames hatte sich eine Sondergenehmigung geholt, um die Gehbehinderten mit dem PKW hoch- und wieder herunterfahren zu dürfen, so dass alle einen Eindruck von dieser großen Anlage und der schönen Sicht auf die Stadt bekamen. Abschluss war das übliche Kaffeetrinken mit hervorragendem Kuchen im Café bei der Festung. Pater Kames bedankte sich zum Schluss bei den Organisatoren, der Familie Kutzer und übergab Lydia Kutzer ein kleines Geschenk. Die Heimfahrt führte über die gleiche Strecke wie der Hinweg, jedoch konnte man die Landschaft in der entgegengesetzten Perspektive betrachten. Die Mitfahrer sagten einhellig, dass es ein ganz toller Ausflug gewesen sei.

Text und Bilder: Winfried Schön

Über die Geschichte der Stadt und das Kloster, Erklärungen unterhalb der Foto-Galerie

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Über die Geschichte und das Kloster der Stadt

1003 hatte Markgraf Hetzilo von Schweinfurt seine Burg Crana auf der Flucht vor dem Landesherren, Staufer-Kaiser Heinrich ll. selbst abgebrannt. lm Jahre 1122 kam die Gegend in den Besitz des Hochstifts Bamberg, dessen Fürstbischöfe bis zum Jahr 1803 die Kronacher Landesherrn stellten. Seit Mitte des 13. Jahrhunderts besaß Kronach das Stadtrecht. lm Jahre 1430 belagerten Truppen der Hussiten Kronach, weshalb die Bürger der Oberen Stadt zu ihrer Verteidigung die Vorstädte selbst anzündeten - was zu späteren jahrelangen Streitigkeiten führte, da man dies nicht mit den Bewohnern der Vorstädte abgesprochen hatte.lm weiteren Verlauf des 15. und 16. Jahrhunderts geriet Kronach während des so genannten Markgrafenkrieges erneut zwischen die Fronten und wurde 1553 durch Markgraf Albrecht Alcibiades von Brandenburg- Kulmbach bedroht. Heute ist noch allen Kronachern die Geschichte des Dreißigjährigen Krieges, des ,,Schwedenkrieges" bekannt. Das katholische Kronach wurde in den Jahren 1632, 1633 und 1634 wiederholt von den Truppen der schwedischen Seite angegriffen und belagert. 2000 Kronacher standen dabei gegen 20.000 Angreifer! Doch die zahlenmäßig Unterlegenen gaben nicht auf und konnten mit Hilfe ihrer,,Tapferen Weiber" alle feindlichen Angriffe abwehren. An diese Zeit erinnern hier zum einen das Stadtwappen mit den Geschundenen Männern, zum anderen die 1652 verliehene goldene Ehrenkette - die erste Amtskette eines Bürgermeisters in Deutschland. lm Jahr 1759 fand die letzte Belagerung Kronachs statt, diesmal durch die Preußen; doch auch dieser Angriff blieb erfolglos. 1802 wurde das Hochstift Bamberg durch bayerische Truppen besetzt und 1803, nach dem so genannten Reichsdeputationshauptschluss, Bayern zugesprochen - damit wurde auch Kronach bayerisch.

1806 kam Kaiser Napoleon Bonaparte in Stadt und Festung und erteilte von hier aus den Angriffsbefehl auf Preußen.

ln seiner Geschichte wurden Kronach und seine Festung (mit Ausnahme einer kurzen Besetzung im Rahmen der Bauernkriege 1525) von keinem Gegner erobert. (aus der Broschüre der Stadt)

Klosterkirche

Die Grundsteinlegung der Klosterkirche Kronach wurde 1670 durch Bischof Philipp Valentin durchgeführt. In rund zwei Jahren hatten die Arbeiter das 34m lange und 11m breite Werk unter der sachkundigen Leitung des Baumeisters und Maurers Sixtus Harra vollendet. Sie umfasst 180 Sitzplätze. Im Jahre 1672 zogen dann die ersten vier Franziskaner in das Kloster ein. 1682 wurde die Kirche zu Ehren des hl. Petrus von Alcántara und ebenso den bereits vorhandenen Hochaltar zu Ehren der Heiligen Valentin und Philippus eingeweiht.

Die Frontseite der Klosterkirche hat zwei große Fenster, von denen eines die Jahreszahl 1671 trägt. Über dem Hauptportal steht in einer Nische eine Steinfigur des leidenden Heilandes: „Ecce, homo!“ Die wertvolle Innenausstattung stammt aus dem 17. bzw. 18. Jahrhundert. Der Hauptaltar besitzt zwischen zwei verglasten Reliquienschreinen einen Monstranz-Drehtabernakel. In der Mitte über dem Tabernakel hat den Ehrenplatz der Patron der Kirche, der hl. Petrus von Alcántara, rechts neben ihm Johannes von Capestrano und links der große Theologe Bonaventura. Den Abschluss des Altaraufbaues bildet in der Apsis die Darstellung „Maria Krönung“.

Die beiden Nebenaltäre wurden 1766 geweiht: rechts steht der hl. Franz von Assisi und links die gekrönte Madonna mit ihrem göttlichen Königssohn auf dem Arm.

Der Antoniusaltar (um 1790) trägt die Statuen des hl. Antonius von Padua, St. Sebastian und St. Rochus. Der neue moderne „Volksaltar“ aus dem Jahr 1968 stammt von Heinrich Schreiber, Kronach. Die Barock-Hängekanzel ist umgeben von den Verkündern der Frohbotschaft.

Sehenswert ist auch der große Kreuzweg. Die einzelnen Stationen stellen eine beachtliche Leistung in Ausführung und Rahmung dar. Im hinteren Teil hängt das Bild des heiligen Eugen von Mazenod, des Ordensgründers der Missionare „Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria“ (OMI). Das Glockentürmchen birgt zwei kleine Glocken in sich. (aus der Homepage des Klosters)