Kirche Dammersbach Vorstellung

Filialgemeinde „St. Valentinus“ Dammersbach

Das kleine, schmucke, rundum von Wäldern umgrenzte Dorf Dammersbach (ca. 440 Einwohner) liegt im südlichen Zipfel des Altkreises Hünfeld (seit 1972 Stadtteil von Hünfeld), liebevoll auch das Kleinwalzertal des Hünfelder Landes genannt.

Wesentliches aus der Geschichte von Dammersbach

1093 Erstmalige urkundliche Erwähnung von Dammersbach als „Dagemaresbach“ (Siedlung am Bach des Dagamar).

1186 Auf Bitten aus der Bevölkerung von Dammersbach wird von den Grafen Herold und Adalbert von Eberstein eine Eigenkirche (Kapelle) gebaut. Diese wurde durch den Mainzer Weihbischof Berno zu Ehren des Völkerapostels „Paulus“ geweiht. Der zuständige Seelsorger wurde mit einem kleinen Benefizium ausgestattet.

1228 Dammersbach wird eine Filiale der neu gegründeten Pfarrei Marbach, die zum Kollegialstift Hünfeld gehört.

1500 Durch Blitzschlag wurde diese Kapelle fast völlig zerstört. Vermutlich erfolgte ein Wiederaufbau.

1676 Infolge der Zerstörung von Marbach, wurde die Filiale Dammersbach der Pfarrei Michelsrombach angegliedert.

1737 Nach Wiedergründung der Pfarrei Marbach wurde die Filiale Dammersbach wieder Marbach angeschlossen.

1767 Abriss der alten Kirche und Neubau einer steinernen Kirche im Barockstil mit Dachreiter und barocker Schweifkuppel, veranlasst durch den Fuldaer Fürstabt Heinrich der VIII von Bibra (Wappen über dem heutigen Seiteneingang). Diese Kirche wurde dem hl. Bischof und Märtyrer „Valentinus“ geweiht, der bis heute noch Schutzpatron von Dammersbach ist (Patronatsfest ist am 14. Februar).

1760 Dammersbach wurde für einige Jahre in die seelsorgerische Betreuung der Franziskaner vom Frauenberg Fulda gegeben. Später kamen dann die jeweiligen Kapläne aus Marbach.

1801 Anschaffung einer älteren kleinen Orgel mit 7 Registern aus der Domdechanei Fulda. Durch einen Blitzeinschlag wurde diese Orgel am 20. Mai 1894 völlig zerstört.

1846 Johann Krick aus Eckweisbach/Rhön gießt eine Bronzeglocke für Dammersbach, die heute noch als Friedhofsglocke dient.

1874 Lambertus Klüber stiftet das Hochkreuz mit gusseisernen Christus-Korpus, das neben der Kirche steht.

1899 Eine neue Orgel mit 7 Registern wird von der Fa. Fritz Clewing eingebaut.

1919 Von der Fa. Weule aus Bockenem im Harz werden 3 Stahlglocken angeschafft. Die bisherigen 2 Glocken aus Bronze, die Kleine aus 1846 (Krick-Glocke) dient heute noch als Friedhofsglocke. Die Größere mit der Jahreszahl 1569 (Giesserei unbekannt) wurde 1917 zu Kriegszwecken eingezogen.

1949 Infolge des Zustroms von ca. 150 Heimatvertriebenen und des allgemeinen Bevölkerungsanstiegs nach 1945 wurde die vorhandene Kirche zu einem Sakralbau in Kreuzform erweitert. Altarraum und Langschiff wurden neu errichtet. Die Altarposition wurde somit um 90° versetzt. Der aus der Barockzeit stammende holzgeschnitzte Altar, geziert mit den Figuren des hl. Valentinus über dem Tabernakel, dem hl. Rochus und hl. Sebastian in den seitlichen Nischen, wurde in den neuen Altarraum versetzt. Die neue Kirche hat nun ca. 150 Sitzplätze. Baumeister war Ferdinand Noll aus Dammersbach. Am 20. November erhielt der Erweiterungsbau die kirchliche Weihe durch den Fuldaer Diözesanbischof Dr. Johannes Dietz. Einige Jahre später wurde ein neuer Kreuzweg von dem bekannten Kirchenmaler Hermann Wirth (aus Mackenzell stammend) gestaltet.

1960 Anschaffung einer neuen zweimanualigen Orgel mit 12 Registern vom Orgelbauer M. Kraienbrink aus Osnabrück. Die Anschaffungskosten betrugen 23.333,00 DM. Aufstellungsort ist die nach Osten gerichtete Seitennische (früher Altarraum).

1967 Anlässlich des 200-jährigen Kirchenjubiläums wurden Kirchplatz, Aufgangstreppe und Umfassungsmauer neu gestaltet. Auch im Innenraum wurden einige Veränderungen vorgenommen (Abbau der Kommunionbank, Umbau der Kanzel zu einem Lesungsambo und Mariensäule). Die Segnung erfolgte am 06. August durch den Fuldaer Diözesanbischof Dr. Adolf Bolte. Vorausgegangen war der Abbruch der alten Schule von 1827 auf dem jetzigen Kirchplatz. Der Modellbauer Heinrich Grimm (Dammersbacher Bürger) baute einen im Stil passenden barocken Zelebrationsaltartisch.

1983 Umfangreiche Außenrenovierung wie Dachsanierung, Turmverstärkung, elektrische Läuteanlage sowie Außenputz mit Anstrich (Kosten ca. 180.000,00 DM).

1990 Die aus dem Jahre 1910 stammende marode Marienkapelle im Steingrund musste abgerissen werden und eine neue, schönere wurde durch Eigenleistung der Dammersbacher Bürger errichtet. Die Materialkosten übernahm die Stadt Hünfeld.

1992 Erneuerung der vorhandenen Warmluftheizung mit verbesserter Steuerung/Programmierung (Kosten ca. 80.000,00 DM).

1993 Das Dorf Dammersbach feiert 900-jähriges Jubiläum.

1994 Große Innenrenovierung – neue Flachdecke mit Ornamentspiegeln, Erneuerung der gesamten Elektrik und des Fußbodens. Der Innenraum erhielt einen neuen Anstrich. Überarbeitung des Barockaltars und der Orgel. Ein Windfang wurde eingebaut und vieles Andere (Gesamtkosten ca. 525.000,00 DM). Die Einsegnung erfolgte am 04. Dezember durch den Fuldaer Erzbischof Dr. Dr. Johannes Dyba.

2004 Die Stadt Hünfeld löst die kommunale Kirchenbaulast für die Dammersbacher Filialkirche ab.

2005 Neugestaltung des Kirchplatzes, der Aufgangstreppe mit Geländer und der Umfassungsmauer(Gesamtkosten ca. 138.000,00 Euro). Einsegnungsfeier am 24. Juli durch Pfarrer Peter Ludwig, Marbach.

2007 Im Rahmen des pastoralen Prozesses im Bistum Fulda wurde die Filialkirchengemeinde Dammersbach ab 01. Januar der Pfarrei „St. Johannes der Täufer“ Mackenzell zugeordnet. Zuvor gehörte Dammersbch 270 Jahre zur Pfarrei „St. Ägidius“ Marbach.

2016 Der gusseiserne Christuskorpus des unter Denkmalschutz stehenden Kreuzes am Kirchplatz, wurde grundlegend durch die Fa. REKON, Lüdermünd restauriert.

Im Jahr 2017 begeht Dammersbach das 250-jährige Kirchbaujubiläum (erbaut 1767).

Über die wechselvolle Geschichte der Kirche aus Dammersbach sei der Hinweis erlaubt, dem Gotteshaus auch weiterhin den ihm gebührenden Rang im Leben der dörflichen Gemeinschaft einzuräumen und auch dafür Opfer zu bringen. Unsere Vorfahren haben uns durch Jahrhunderte hindurch vorgelebt, dass ihnen ihre Kirche immer am Herzen lag. Ihr Beispiel sollte auch uns jetzt und künftig zu dieser Haltung und Einstellung ermuntern.

Seelsorgerische Betreuung der letzten Jahrzehnte:

1976-2001 Pater Josef Blumör (OMI Hünfeld)

2001-2004 Pater Alwin Hahn (OMI Hünfeld)

2004-2007 Pfarrer Peter Ludwig (Marbach)

2007-2012 Pater Klaus Söhnel (OMI Hünfeld)

2012-2015 Pater Günther Kames (OMI Hünfeld)

2015-heute Pater Uwe Barzen (OMI Hünfeld)

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Bearbeitet von Alfred Gensler, Dammersbach