Pfarrkirche - Weißenborn

Sankt Johannes der Täufer Mackenzell … ein Streifzug

Sie interessieren sich für unsere Pfarrkirche!? … Das ist schön … das ehrt uns … das freut uns … wir sagen: Herzlich willkommen … und fallen gleich mit der Tür ins Haus … halt: in die Kirche …
Unsere Pfarrkirche – Johannes der Täufer - ist unser unverrückbarer Mittelpunkt, auch wenn sie keine historischen Kunstschätze beherbergt und – zugegeben – mal wieder aufgehübscht werden sollte.
Sie präsentiert sich uns im Retro-Look der Fünfziger. Betreten wir unser Gotteshaus durch den Haupteingang und haben es geschafft, die Dunkelheit des Windfangs, die uns umhüllt, zu durchschreiten, so wird unser Blick durch das lichtdurchflutete Kirchenschiff auf den erhöhten Altarraum gelenkt, zu dem man über einige Stufen gelangt.
Beeindruckend ist das großflächige Altarbild, von einem Künstler geschaffen, der in Mackenzell geboren und aufgewachsen ist, Hermann Wirth.
Es zeigt Jesus als Christkönig am Kreuz. Zu ihm auf schauen Maria, seine Mutter und Johannes, der Täufer, nicht der Jünger. Und wer auch immer auf IHN – präsent im Tabernakel – zugeht, zu dem tritt ER in Blickkontakt … und hält ihn. … Gut zu wissen im Blickfeld des Auferstandenen zu sein.

So ein bisschen stolz sind wir auf diese Besonderheit schon, zeigt das Fresko doch, dass Kreuz und Verherrlichung zusammen gehören, eine Einheit bilden, will heißen: Herrlichkeit muss erlitten werden.
Einmalig auch die Gesichtszüge der Gottesmutter. Sie zeigen unverwechselbar Ähnlichkeiten mit einer Verwandten des Künstlers, die dafür Modell gestanden hat. Und nun schließt sich der Kreis: deren Sohn feierte im Juli 2007 in seiner Heimatkirche sein Primizamt. … Richtig, es ist Joachim Hartel, ein echter „Mackenzeller Jung“.

Lassen Sie sich nun auf eine kleine Zeitreise durch „unsere Mackenzeller Kirchengeschichte“ einladen. Die beiden „Türsteher“ vor unserer Kirche in ihrer barocken Pracht – Sankt Bonifatius und Sankt Adolphus - sie sind Relikte der „alten“ Kirche und weisen uns auf die Vorgängerkirche hin. Diese stand am Johannesplatz, den Einheimischen bekannt als alter Kirchplatz. Sie war die barocke Perle unseres Dorfes. Die Umrisse dort – mit dem Johanneshaus als Kulisse – erinnern noch an dieses Kleinod (erbaut in der Mitte des 18. Jahrhunderts durch Fürstabt Adolph von Dalberg).
Am 1. April 1945 wurde sie durch Kriegseinwirkung zerstört. In einem Sofortprogramm legten die Mackenzeller Bürger unter fachkundiger Anleitung ihres damaligen Ortspfarrers Pius Most (im Erstberuf gelernter Maurer) Hand an und erbauten eine neue Kirche.


Ein schwieriges Unterfangen … befand sich doch Deutschland damals in einer desaströsen Situation. Es waren Bezugsscheine und Lebensmittelkarten, die den Konsum efeuerten … aber es war der eiserne Wille und ein nahezu unbändiger Schaffensdrang der Mackenzeller Bürger, den Alltag, mit allem was so dazu gehört, zu normalisieren. … und dazu zählte auch der regelmäßige Besuch der Gottesdienste. … Ja, damals war das so.

Die Gürtel waren in den Nachkriegsjahren enger geschnallt. Das war nicht dem aktuellen Modetrend geschuldet, sondern dem Mangel. So konnte man die benötigten Baumaterialien nicht auf dem Markt kaufen, vielmehr mussten die Bausteine für das neue Gotteshaus – und das musste größer sein als das alte, damit alle Kirchgänger einen Platz finden konnten – vor Ort in einer Sandsteingrube von den Arbeitern zunächst gebrochen werden, ebenso die Steine der abgebrannten Kirche, bevor sie vermauert werden konnten.
Ja, damals war das so … und ohne ehrenamtlichen Einsatz wäre das Unternehmen in einer so kurzen Zeit sicher nicht gelungen. Schon im April 1950 war die Kirche fertiggestellt und konnte im Mai 1950 durch Bischof Dr. Johannes Dietz, Fulda geweiht werden.
Heute – voll im Trend des Zeitgeistes - scheint es, als sei unsere Pfarrkirche überdimensioniert. Ja, so spielt sie nun mal, die Ironie der Geschichte.

In dieser Kirche wurden Joseph Leister (1954 bis 1978) und Johannes Wagner (1978 bis 2005) als Ortspfarrer – mit den Filialen Sankt Anna, Molzbach und Sankt Vitus, Nüst eingeführt.

Nachtrag - Nachfolgende Seelsorger:

von Sep. 2005 bis Juli 2012 Pater Klaus Söhnel OMI

Sep. 2012 bis Nov. 2015 Pater Günther Kames OMI

seit Nov. 2015 Pater Uwe Barzen OMI

Die 3 Letztgenannten sind sind Oblatenpatres aus dem Bonifatiukloster in Hünfeld

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Einschneidende Veränderungen ergaben sich durch die Neustrukturierung der Pfarreien – Stichwort Pastoralverbund – in den frühen Jahren des 21. Jahrhunderts. In diesem Rahmen wurde die Filiale Sankt Valentin, Dammersbach der Pfarrei Johannes der Täufer zugeordnet.

Unterstützt wird er von einer Gemeindereferentin (aktuell Frau Birgit Lauer) und seit 2007 auch von einem Pfarrgemeinderat. Für die Pfarrverwaltung ist Pfarrer Bernhard Merz, Hofaschenbach zuständig.



Und da gibt es noch etwas → die Weißenborner Kapelle, die dem Hl. Laurentius geweiht ist. Seit alters her wird um den 10. August eine Festmesse zu Ehren des Patrons gehalten. Schon seit Jahr und Tag hält die Kapelle Totenwache auf unserem Friedhof und versteht sich als Zeitzeuge eines im 15. Jahrhundert verlassenen Ortes, der 1440 erstmals urkundlich als Wüstung erwähnt wird. Der Turmreiter auf dem Dach der Kapelle bietet Raum für eine Glocke, die über einen Strang im Innenraum zum Schwingen gebracht wird. Begleitet vom sanften Klang dieses Glöckleins werden die Verstorbenen der Erde übergeben, finden hier in Weißenborn ihre letzte Ruhestätte.
Halten wir einen Moment inne, gedenken ihrer in Verbundenheit und erbitten von unserem Herrgott: Möge er die Verstorbenen alle zu dem Frieden führen, den man auf dieser Welt nicht finden kann.

Sie interessieren sich für unsere Pfarrkirche!? … so zu Beginn und so auch am Ende unseres Streifzuges, jetzt verbunden mit einer Einladung: Kommen Sie, schauen Sie, machen Sie mit … wir haben ein reges Gemeindeleben quer durch das Kirchenjahr … vielleicht ist etwas dabei, das auch Sie interessiert … oder vielleicht haben Sie sogar eine Idee … wir sind offen für jede Art von Anregungen … lassen uns gern inspirieren. (Kontaktadressen finden Sie im Pfarrbrief … und eine Kopie des Pfarrbriefes liegt auch für Sie in unserer Kirche aus.)

Eine gute Zeit Ihnen und Ihren Lieben.

Für den Pfarrgemeinderat Mackenzell, im November 2011
Gabriele Kleinschmidt

Fotos u. Urheberrecht: Winfried Schön