2015 Kirmestanz unterm Baum

Kirmes 2015 -Aufspielen am Samstag und Kirmestanz unterm Baum am Sonntag - Kirmespredigt

Der Kirchgang am Sonntag, den 08.11.2015 wurde von Pater Kames besonders gestaltet und wird den diesjährigen Pärchen noch lange im Gedächtnis bleiben, vielen Dank an dieser Stelle noch einmal.

Gegen 14:30 Uhr machten sich 16 Kirmespärchen, in Begleitung der "Tonica", auf dem Weg von der Sankt-Johannes-Kirche in Richtung Dorfplatz. Dieser war erwartungsgemäß bei Ausnahme-Temperaturen von 17°-18° Grad sehr gut besucht.

Der diesjährige 1. Ploatzknecht Thomas Baier und auch der 1. Vorsitzende René Heller begrüßten die zahlreich erschienen Besucher unter dem Kirmesbaum.

Besonders gefreut hat die Kirmesgesellschaft der Beitrag von "Pater Kirmes" und der Ortvorsteherin Annette Trapp.

Zahlreiche Kirmesorden wurden dieses Jahr vergeben und die Sprüche über die einzelnen Kirmespaare wurden unter Schmunzeln von dem 1. Ploatzknecht Thomas Baier und 2. Ploatzknecht Marko Pappert zum Besten gegeben.

Ein außerordentlicher Dank geht an das ehemalige und gleichzeitig kirmesausrichtende Gastronomenpaar Michaela und Harald Trapp. Der Kirmesverein Mackenzell dankte ihnen für die zahlreich ausgerichteten Kirmesjahre. Hier nochmals ein herzliches Dankeschön für all die Jahre die wir bei euch feiern durften! (Wir haben Vollpension beim Harald Trapp.....)

Im Anschluss zum Drei-Reihen-Tanz fand man sich zur Kinderkirmes und gemütlichen Ausklang in der Gaststätte "Zum Ulmenstein" ein.

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Kirmespärchen 2015:

1. Ploatzknecht/-magd: Thomas Baier + Lisa Wehner, 2. Ploatzknecht/-magd: Marko Pappert + Anna Höfer, Schnapsknecht/-magd: René Heller + Carolin Baier, Hutknecht: Christian Wehner + Lena Grosch, Baumknecht: Andreas Wehner + Tatjana Baier, Konstantin Mihm + Kerstin Wehner, Jürgen Pappert + Melanie Bosold, Dennis Göb + Tabea Hartung, André Müller + Johanna Stehle, Pascal Finck + Antonia Schäfer, Steffen Höfer + Julja Scholz, Tobias Hamann + Vanessa Finck, Michael Gebauer + Yvonne Mehler, Moritz Tischler + Nina-Maria Aha, Jan-Philipp Meyer + Anne Grosch, Robin Tögel + Victoria Baier

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In diesem Zusammenhang in eigener Sache:

Da ich nicht mehr der Jüngste bin (Mitte 70 und vor gut 6 Jahren eine schwere Herz-OP), kann und will ich nicht mehr mit Fotoapparat oder Videokamera zu jeder Veranstaltung im Dorf gehen. Daher bin ich auf Zuarbeit von Berichten und Fotos von dörflichen Veranstaltungen angewiesen, um in der örtlichen Homepage immer aktuell und zeitnah über die verschiedensten Ereignisse berichten zu können. Nach meinen internen Feststellungen wird die Mackenzeller Seite täglich zwischen 250 und 300 mal, je nach Ereignissen geöffnet, um sich über Aktuelles zu informieren (allein die Gottesdienstordnung zwischen 600 -650 mal monatlich). Dies beweist mir, dass die Homepage großes Interesse findet und mehr als gut angenommen wird.

Daher nochmals meine große Bitte, besonders an die Vereine, mir zeitnah Material zur Verfügung zu stellen, sofern ich nicht selbst teilnehme, dass die Mackenzeller Homepage weiterhin lebt. Bei manchen Vereinen läuft dies sehr gut, bei anderen lässt es zu wünschen übrig. Ich werde künftig nicht mehr „nachlaufen“.

Ich betreibe die Homepage vollkommen ehrenamtlich und will dies auch gerne weiterhin tun, sofern ich Unterstützung bekomme.

Übrigens zum aktuellen Anlass und allgemein: ich würde mich freuen, auch ab und an ein kleines Dankeschön für meine Arbeit, die teils im Vorfeld für Vorankündigungen von Veranstaltungen erfolgt, zu hören, wenn ohnehin mithelfenden Personen gedankt wird.

Webmaster

Winfried Schön

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Predigt von Pt. Günther Kames am Kirmes-Sonntag

Liebe Gemeinde, liebe Kirmesgesellschaft!

Eigentlich wollte ich heute die Predigtreihe über die hl: Messe mit den Informationen über Abschluss der Messe mit Schlussgebet, Segen und Sendung beschließen. Der Text dazu wird demnächst im Internet und in einem Predigtheft veröffentlicht und kann da von Interessierten nachgelesen werden. Aber deshalb fällt die Predigt heute nicht aus, oder wird sie viel kürzer.

Meine lieben!

Wir feiern aber heute hier in Mackenzell Kirmes. Im Bistum Fulda wird traditionell der 5. November als Kirchweihtag begangen. Und wir, hier in Mackenzell, haben diesen Termin um den 5. November bis heute beibehalten. Kirmes wurde ursprünglich am Weihetag der Dorfkirche gefeiert. Wer diesen Weihetag nicht mehr kannte, feierte dann am 5. November, wenige Tage nach Allerheilgen und Allerseelen ihren Weihetag.

Wir hier in Mackenzell feiern im Besonderen den Laurentiustag in Weißenborn um den 10. August. Da könnte die Kirmesgesellschaft natürlich auch aktiv mit dabei sein. Oder wenige Wochen vorher am 24. Juni, dem Patrozinium dieser Kirche zu Ehren Johannes des Täufers.

Liebe Gemeinde, Liebe Kirmesgesellschaft, wenn ihr sagen müsstet, was euch beim Stichwort Kirmes zuerst einfällt, wäre das wahrscheinlich, der Kirmesbaum und das „Bier“. Deswegen habe ich heute ein „alkoholfreies“ Weizenglas mitgebracht. So macht das Weizenglas aber einen leeren und traurigen Eindruck. Was fehlt? Liebe Kinder? Richtig, deswegen habe ich auch eine schöne, kühle Flasche alkoholfreies P. Kirmes-Weizenbier mitgebracht. So, und nun Prost! Liebe Kinder, Prost!? was bedeutet das eigentlich Prost?... Prost heißt eigentlich Prosit: es möge gelingen, es möge dir nützen. Ich stelle mir vor, wie die Bewohner von Mackenzell und die Zimmerleute, unsere alte Kirche im 18. Jahrhundert und unsere jetzige Kirche vor 65 Jahren hier in Mackenzell gebaut haben. Da haben sie sich sicher vor Beginn des Kirchbaues gutes Gelingen gewünscht. Und sich darauf ein Prosit zugesprochen. Was heißt das noch: Es möge gelingen.

Meine lieben! Wie war die Zeit, als unsere alte Dorfkirche gebaut wurde? Wie war die Zeit, als diese Kirche gebaut wurde? Menschen waren sehr arm, und nach dem Krieg, mit materiellen Sorgen überhäuft. Das Überleben war oft ein harter Kampf.

Die Ernte musste gut sein, um die Familie über den Winter bringen zu können. Urlaub, Ferien, Reisen, das kam den Mackenzellern, damals gar nicht in den Sinn. Aber sie haben sich als Dorfgemeinschaft zusammengefunden und gemeinsam ihre Kirche gebaut: „Prost, es möge uns gelingen hier eine Kirche für uns, unsere Kinder und Enkel aufzubauen.“

Liebe Kirmesgesellschaft! Eure Vorfahren haben die alte und diese Kirche für sich und Euch gebaut! Ein trotziges Zeichen der Hoffnung und der Gemeinschaft mitten in den schweren, oft hoffnungslosen Zeiten. Ich stelle mir vor, wie die Menschen damals geschuftet haben, ohne irgendwelchen Lohn zu erhalten: „Prost, es möge uns gelingen!“ Und dann stelle ich mir vor, wie groß der Stolz ist, als zum ersten Mal die Glocken geläutet haben. Es ist gelungen! Die Kirche steht, Anlass zum Feiern. Musik, Tanz, Essen und Trinken, Bierkrüge in schwieligen Händen: „Wir, haben es geschafft, wir haben für uns diese Kirche gebaut. Grund genug Kirmes zu feiern.“ Der Begriff Kirmes ist übrigens eine Verkürzung von Kirchweihmesse (aus Kirchweih und Messe). Und fragt mal bei euren Großeltern nach, wie viele Paare sich vor 50 / 60 Jahren auf einer Kirmes in der Umgebung kennen gelernt haben. Und schließlich den Bund fürs Leben geschlossen haben, der über viele Jahrzehnte, bis heute Bestand hat.

Meine lieben! Menschen, die da essen und trinken sind guten Mutes sind bei all ihren Mühen, das ist eine Gabe Gottes. Das ist in allen Kulturen so. Das werden wir auch demnächst erfahren, wenn Menschen anderer Länder und Kulturen in unser Dorf kommen werden. Mit uns hier in Mackenzell leben und feiern möchten. Auch sie werden gerne feiern, das Alltagsleben einmal hinten an stellen und die Sorgen und Strapazen ihres Flüchtlingslebens für einige Stunden vergessen wollen. Auch ihnen gilt dann unser Prosit zugesprochen. Heißen wir sie, im nächsten Jahr, auch bei unserer Kirmes unter uns willkommen. Nun steht sie da, die Kirche und wird wieder unter Mühen erhalten, aber leider viel zu selten genutzt. Und es drängt sich die Frage auf, woran das liegt. Ist das Leben nicht hart genug, dass solchen Zeichen der Hoffnung, Ort der Gemeinschaft und des Feierns nicht gebraucht werden? "Not lehrt beten" höre ich als Seelsorger oft in Gesprächen mit älteren Menschen, die eben noch andere Zeiten als wir heute durchlebt haben. Müsste man sich, so könnte der fatale Schluss sein, müsste man sich schlechtere Zeiten wünschen? Nein, das natürlich nicht! Auf keinen Fall. Aber vielleicht sollten wir etwas darauf achten, welchen Anspruch ich an das eigene Leben stelle. Eure Vorfahren, die diese Kirche gebaut haben, hatten nicht viele Möglichkeiten zu wählen, Arbeit, Arbeit, Arbeit, der Freiraum, zu feiern, Gemeinschaft zu erleben, sonntags kürzer zu treten, der musste schwer erkämpft werden. Seht her! Ich halte hier immer noch das alkoholfreie- Weizenglas in der Hand: Wir wissen, wie das ist, im Sommer unterwegs zu sein, im Auto aber noch ohne Klimaanlage, oder zu Fuß unter der prallen Sonne zu wandern, und dann endlich ein kühles, frisch gezapftes Bier! Das Bier unserer Vorfahren war jenes köstliche kalte Getränk, auf das sich an heißen staubigen Tagen eine im Gaumen festgeklebte Zunge schon Stunden vorher freuten. Heute sieht das oft anders aus.

Die wenigsten Menschen leiden wirklich unter Entbehrungen. Das Leben plätschert schnell, oft viel zu schnell dahin. Und damit kommt die Angst, wichtiges zu verpassen.

Meine lieben! Um bei dem Bild mit dem Bier zu bleiben: Unser Bier ist oft nicht das eine heiß ersehnte, sondern es sind gleich drei oder vier oder fünf Gläser mit einem Mal bestellt. Und während wir das erste trinken werden die anderen schal. Und die Frage brauche ich eigentlich gar nicht zu stellen: Liebe Kinder?

Welches Bier schmeckt besser das eine heiß ersehnte, oder die fünf schalen Gläser? Der Abschluss der Bauarbeiten an dieser Kirche, war für eure Vorfahren jenes Zeichen der Hoffnung und des Lebens wie jenes frisch gezapfte Bier. Heiß ersehnt, lange darauf hingearbeitet. Und ENDLICH. Nach dem Gelingen. Ein oder zwei oder ganz viele PROST.

Hier, in dieser Kirche haben sie ihre Sorgen vor Gott getragen, getrauert und gelacht. Hier haben sie gehört, dass Leben nicht nur Mühe und Plage sein soll: Ein Mensch der da isst und trinkt hat guten Mut bei all seinen Mühen, das ist eine Gabe Gottes!"

Auch für uns heute ist diese Kirche Zeichen des Lebens - und der Hoffnung. Heute will sie Euch an das andere erinnern: Nicht nur Essen und Trinken gehören zum Leben, sondern auch Mühen. Das erfahrt ihr ja selber, ob ihr noch zur Schule geht, einen Beruf erlernt oder ausübt oder ihr noch studiert. Unser/Euer Leben hat eben so seine Freuden und Lasten, seine Höhen und Tiefen, seine Erfolge und Misserfolge.

Liebe junge Mitchristen! Sein Leben lebt man nicht durch Masse, durch viele Feiern, durch jedes Vergnügen. Nein, da wird alles schal. Leben heißt Mühe auf sich zu nehmen, innezuhalten im Lauf der Zeit, den Stress in Schule, Lehre und Arbeit, im Studium nicht mit noch mehr Stress in der Freizeit oberflächlich wegzuwischen. Leben heißt, für andere da zu sein und zwar genau auch dort, wo es für uns auch einmal unangenehm werden kann. Gemeinsam etwas aufzubauen, gegen den Strom zu schwimmen, nicht in allgemeine Klagen einzustimmen und Stammtischsprüche zu lallen, sondern Verantwortung zu übernehmen, anzufangen die Welt zu verbessern und wenn es noch so aussichtslos erscheint.

Mein Mitbruder P. Tönnis, hat bei seinem Vortrag über eine Willkommenskultur, am Kirmesfreitagabend besonders betont, das gerade auch die jungen Leute, eure Generation, sich in der Begleitung der Flüchtlinge bei ihm, sehr stark mit ihren Kompetenzen einbringen. Das könnt und werdet auch ihr sicher tun. Da setzte ich große Hoffnung in euch. Ihr alle wisst, wie schnell in den nächsten Tagen abends geschimpft werden wird über die da oben. Wir hören schon förmlich die Lösungen: „Da müsste man usw." Doch das ist alles hohles Geschwätz. Nicht "man müsste", sondern "ich werde" soll es heißen. "Ich werde anfangen, so wie vor Jahrhunderten ein Bauer angefangen hier in Mackenzell die alte Kirche zu bauen, ich werde, wer hilft mir?"

Meine liebe Kirmesjugend! So zu leben, in dieser Haltung zu handeln, das möge euch gelingen, und jeder Erfolg wird schmecken wie dieses, jetzt leider nicht mehr ganz so frische Bier! Prosit! Amen!

Pt. Kames