2013 Theater

Laienspielgruppe zeigt in diesem Jahr das Luststück "Weg vom Mann"
Die Laienspielgruppe begeisterte auch im Jahr 2013 mit einem überaus humorvollen Dreiakter, wobei die neun Laienspieler mit witzigen Pointen die Zuschauer immer wieder zu Lachsalven und Szenenapplaus veranlassten. Wie bereits seit Jahrzehnten sprechen die Darsteller dabei überwiegend den hiesigen Dialekt, gespickt mit fast vergessenen Ausdrücken, was beim Publikum begeisternd ankommt. Zum Stück:

Die Magd Cilli (Edelgard Wehner) möchte gern mit dem Knecht Gottfried (Markus Hartung) anbändeln, doch dieser ziert sich immer wieder und so bleibt es dabei, dass sie sich auf dem Bauernhof um alles kümmern müssen, sogar um manch private Angelegenheit der Bauersleut. Die energische Bäuerin Rosa (Anita Möller) ist einem Wahn verfallen und versucht gemeinsam mit anderen Frauen „weg vom Mann“ zu kommen. Somit hat ihr Mann, der Bauer Herman Rützel (Eugen Roth), zu Hause nichts zu sagen und muss ihr aufs Wort gehorchen. Selbst für die Tochter Sabine (Nadine) hat die Bäuerin schon einen Mann ausgesucht, den reichsten Bauernsohn in der Region, der allerdings nicht der Schönste und Intelligenteste ist, Hauptsache reich. Die Tochter lehnt aber energisch ab und will die Wahl ihres Mannes selbst treffen.
Nach einer durchzechten Nacht des Bauern erscheint der Ortspfarrer Anton Himmel (Andreas Pappert) und übergibt einen Brief, in dem sich der uneheliche Sohn des Bauern ankündigt, um seinen Vater kennenzulernen. Das Dilemma ist allerdings, dass sich wegen der strengen Bäuerin der Knecht vor vielen Jahren bereiterklärt hatte, zumindest auf dem Papier die Vaterschaft zu übernehmen und die Alimente aus dem Ergebnis einer früheren Kirmesnacht im Auftrag des Bauern über den Pfarrer bezahlt.
Mittlerweile hat die Bäuerin die Frau (Eleonore Schön-Janele) des Viehhändlers Markus Vogel (Jürgen Kemmet) von ihrem Männerwahn überzeugen können, sodass auch dieser zu Hause nichts mehr zu sagen hat. Doch der Viehhändler ist auf den alten Schrank, ein Erbstück der Urgroßmutter der Bäuerin, scharf, den die Bäuerin aber nicht für das geplante Heimatmuseum hergeben will. Doch dann erscheint der uneheliche Sohn Michael Weber (Markus Schön) und Tochter und Mutter sind der Meinung, es handele sich um den ausgesuchten Bräutigam. Entsprechend wird er auch positiv von der Mutter und negativ von der Tochter behandelt. Später findet jedoch die Tochter den Neuling doch sympathisch, bis sie hört, dass es sich um ihren Halbbruder handelt und deshalb eine Liebesbeziehung nicht möglich sein kann.
Nach wie vor wollen jedoch der Bauer und sein Knecht den Erbschrank dem Viehhändler überlassen und denken sich gemeinsam eine List aus. Der Viehhändler lädt die Bäuerin Rosa zu einer Flasche Wein ein, um sie „gefügig“ zu machen, was auch gelingt. Doch plötzlich erscheint der Bauer und die Beiden verstecken sich im Schrank. Als dann auch noch der Pfarrer kommt, um sich den Schrank näher anzusehen, öffnet er diesen und es kommt zum Eklat. Von nun an hat Bauer Hermann Rützel einen Trumpf in der Hand und klopft energisch auf den Tisch, Bäuerin Rosa ist wie umgewandelt. Als nun die Frau des Viehhändlers Margit Vogel ihren Mann sucht, muss sie sich auch im Schrank verstecken, worin aber der Knecht Gottfried bereits ein Schläfchen hielt. Zunächst ging dies auch gut, bis sich durch einen weiteren Brief des Pfarrers herausstellte, dass weder der Bauer noch der Knecht der Vater des unehelichen Kindes waren, sondern der liebe Viehhändler. Als dessen Frau dies im Schrank hörte, brach ihrerseits ein gewaltiges „Gewitter“ aus, das aber nicht lange andauerte, denn er konnte leicht kontern, da sie sich ja mit einem anderen Mann im Schrank aufgehalten hat. Den beiden jungen Leuten konnte das alles nur recht sein, denn sie waren ja nun keine Halbgeschwister mehr und konnten daher das Aufgebot bestellen. Wie es in einem derartigen Luststück schließlich sein muss, löste sich am Ende alles in Wohlgefallen auf, die Männer hatten auch wieder etwas zu sagen und die Liebenden fanden zueinander.

Text, Fotos u. Urheberrecht: Winfried Schön